• Jutta Klein

Schluss mit Aufräum-Aufschieberitis


Mach! Es! Jetzt!


„Was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen.“ So sagt es zumindest ein bekanntes Sprichwort. Die Realität sieht häufig anders aus. Insbesondere auch, wenn sie das Aufräumen betrifft. Was können wir also gegen die Aufräum-Aufschieberitis tun? Lesen Sie hier, wie Sie mit nur drei Punkten Ihre Aufschieberitis überwinden können.


Aufschieberitis im Alltag


Eigentlich wollten wir nur unseren Papierkram aufräumen und Rechnungen bezahlen. Doch dann kommt alles ganz anders. Wir starten den Computer. Der Internet-Browser mit den aktuellsten Nachrichten startet automatisch gleich mit. Wir sehen einen interessanten Artikel. Fangen an zu lesen. Klicken uns von Artikel zu Artikel durch – alles ist spannend. Auf einmal sind zwei Stunden vergangen. Nun müssen wir dringend los und die Kinder vom Sport abholen. Der Papierkram bleibt weiterhin über den gesamten Schreibtisch und Fussboden verteilt und die Rechnungen bleiben unbezahlt. Wir haben einfach keine Zeit gehabt.


Eigentlich wollten wir nur schauen, welches Wetter uns die Wetter-App für morgen vorhersagt. Doch die Instagram- und Facebook-App hat uns angezeigt, dass wir einige ungelesene Meldungen haben. Wir haben angefangen, den News Feed in Facebook zu durchstöbern. Anschliessend haben wir Instagram geprüft und auch noch schnell einen eigenen Post gemacht. Eine Stunde später wissen wir immer noch nicht, wie die Wetter-Vorhersage für unseren Ausflug morgen sein wird und die Spülmaschine ist auch noch nicht ausgeräumt. Wir müssen jedoch nun los, der Termin mit der Freundin steht an. Wir haben einfach keine Zeit gehabt.


Prokrastination. Was soll das denn sein?


Wir alle schieben mal Aufgaben vor uns her. Das ist ganz natürlich und menschlich. Sobald das Aufschieben jedoch zur Regel wird und immer wieder deutliche Nachteile für uns zur Folge hat (z.B. Mahngebühren, verpasste Termine, Chaos pur in der Wohnung), wird es zum Problem. Wenn wir unangenehme Aufgaben über einen langen Zeitraum immer wieder aufschieben, obwohl wir Zeit und Möglichkeiten hätten, sie zu erledigen, nennt man das im Fachjargon Prokrastination, oder umgangssprachlich Aufschieberitis.


Prokrastination stammt vom lateinischen Wort „procrastinare“ ab, was „vertagen“ bedeutet. Sie gilt als eine Störung der Selbststeuerung mit dem Ergebnis, dass Betroffene Aufgaben immer wieder vor sich herschieben. Erst, wenn der Druck stark ist (z.B. Termin rückt näher), können sie die Aufgabe starten, jedoch nicht immer auch beenden. Dieser enorme Druck führt zu einem beträchtlichen Leidensdruck und Leistungseinbussen. Ein Teufelskreis. Immer weniger Aufgaben können bewältigt werden und der empfundene Druck nimmt stetig zu.


Durch Aufschieben wird auch Frust verschoben. Betroffene sind nicht in der Lage, kurzfristig etwas Unangenehmes auszuhalten, um langfristig etwas Positives zu erreichen. Das Aufschieben entspricht einer schnellen Belohnung und Ersatzhandlungen (z.B. Kaffeekochen oder Freundin anrufen) verschaffen ein Gefühl, dass die Zeit sinnvoll genutzt wurde.


Mach! Es! Jetzt! – Mit nur drei Punkten können wir unsere Aufschieberitis in den Griff bekommen.


1/ Mach!-Es!-Jetzt!-Termine und -Tagebuch


Routinen und Strukturen helfen uns Menschen durch den Alltag. Wir planen daher für die Zukunft täglich jeweils einen 15-Minuten-Termin, in dem wir unerledigte Aufgaben abarbeiten. Sofern irgendwie möglich sind diese Termine zur immer selben Uhrzeit und zu einer Tageszeit, die für uns am besten passt. Morgenmenschen machen den Termin daher am besten am Morgen, Abendmenschen am Abend, um ein Beispiel zu nennen. Wir führen eine ToDo-Liste, auf die wir alles setzen, was es zu erledigen gibt, was jedoch der Aufschieberitis zum Opfer fällt. Während unserem Mach!-Es!-Jetzt!-Termin arbeiten wir diese Liste der unerledigten und unangenehmen Aufgaben „stur“ der Reihe nach ab. Wir denken nicht darüber nach, wir machen einfach. Nicht-Denken ist hierbei ausdrücklich erwünscht. Alle erledigten Aufgaben notieren wir in unserem Mach!-Es!-Jetzt!-Erfolgs-Tagebuch. Am Ende einer Woche blättern wir in unserem Tagebuch, freuen uns über alles, was erledigt ist und belohnen uns. Wir klopfen uns innerlich auf die Schulter und/oder gönnen uns etwas Schönes.


2/ Keine Ablenkung zulassen


Während wir unangenehme Aufgaben erledigen (z.B. in unseren Mach!-Es!-Jetzt!-Terminen), erlauben wir uns keinerlei Ablenkung: kein Social Media, kein Fernsehen, kein Telefon. Alles, was uns immer wieder davon abhält, die eigentliche Aufgabe zu tun, wird mit einem „Nein danke. Nicht jetzt!“ freundlich, aber bestimmt ausgeschlossen. Wir erledigen die Aufgaben der Reihe nach und nicht zeitgleich. Wir konzentrieren uns auf die Aufgaben, die wir gerade bearbeiten und lassen kein Multi-Tasking zu. Wir bleiben an der einen Aufgabe dran, komme was wolle.


3/ Instant-ToDos sofort erledigen und dann vergessen


Alle Dinge, die wir in weniger als 2 Minuten erledigen können, erledigen wir sofort. Denken ist auch hier unerwünscht, da kontraproduktiv. Das Nachdenken darüber, ob man die Sache jetzt angeht oder nicht, dauert nämlich länger als das Erledigen der Aufgabe selbst. Wenn wir z.B. innerhalb von 5 Tagen dreimal täglich für je 30 Sekunden darüber nachdenken, ob wir nun den Couchtisch aufräumen oder doch noch nicht, sind das schon 450 Sekunden, also 7.5 Minuten. Dabei hätte das Wegräumen der Gläser und Chips-Schälchen nur eine Minute gedauert. Und über diese 5 Tage arbeitet stets unser schlechtes Gewissen: „Ich müsste ja noch den Couchtisch aufräumen“. Das belastet enorm. Wenn wir diese Instant-ToDos sofort erledigen, können wir sie anschließend vergessen. Wir brauchen nicht mehr daran zu denken und fühlen uns sofort viel besser.


Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Erfolg mit Mach!-Es!-Jetzt! In diesem Sinne: Bleiben Sie stur und bleiben Sie am Ball.


Ihre Jutta Klein



Das Buch zum Blog: "Diamond for Life: Wie Sie durch Ordnung und Klarheit ein erfülltes Leben führen" (Link).


Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen und monatlichen Newsletter abonnieren (Link).





#ordnung #aufräumen #ordnungsliebe #ordentlich #aufgeräumt #professionalorganizer #ordnungscoach #aufräumcoach #blog #blogbeitrag #blogger_de #neu #new #newsletter #buch #buchempfehlung #aufräumbuch #artikel #tippsundtricks #tipps #schluss #aufschieberitis #aufschieben #vertagen #prokrastination #später #machesjetzt #einfachmachen #justdoit #alltag #realität #selbstmanagement #selbstorganisation #selbststeuerung #veränderung #change #verbessern #routine #struktur #klarheit #tagebuch #termine #jetzt #sofort #zug #zürich #luzern #zentralschweiz #schweiz #deutschland #verbesserung #besserleben #erfolgreich #positiv #multitasking



Kontakt

© 2020

Jutta Klein / Alle Rechte vorbehalten.

Impressum / Datenschutz / Haftungsausschluss