• Jutta Klein

Ordnung heisst nicht "perfekt sein"


Ich werde in letzter Zeit immer wieder auf das Thema „Perfektionismus“ angesprochen. Vielen geht das in den Medien vielfach proklamierte „perfekte Aufräumen“ und die „absolute Selbstverbesserung“ zu weit. Das schreckt viele ab, auch nur den ersten Schritt des Aufräumens zu tun. Lesen Sie hier die gute Nachricht: Ordnung hat nichts mit Perfektionismus zu tun.


Was ist Ordnung?


Ich erkläre Ordnung mit Hilfe von zwei Aussagen. Im ersten Schritt ist es vielfach einfacher zu erläutern, was Unordnung ist: Unordnung ist ein „zu viel – zu schlecht – zu falsch“. Zu viele Gegenstände, die wir nicht gebrauchen und die uns keine Freude machen, befinden sich nicht an ihrem Platz. In der heutigen Zeit haben wir häufig von allem zu viel. Es ist so einfach, alles Mögliche zu kaufen und wir tun es auch – hier ein neues T-Shirt und dort eine neue Tasse. Zuhause angekommen, beachten wir die Dinge schon gar nicht mehr. „Zu schlecht“ bezieht sich nicht auf die Produktqualität, sondern darauf, dass wir an dem Gegenstand keine Freude haben und er auf diese Weise schlecht für uns ist – ein Ballast. Im Alltag lassen wir die Gegenstände meist nach Gebrauch irgendwo liegen, alles ist nach einer Zeit überall verstreut, nichts ist an seinem Platz. Wir finden nichts wieder. Ordnung erklärt sich als das Gegenteil von Unordnung. Schöner formuliert heisst es dann: „Ordnung ist die Harmonie von Zweck, Ästhetik und Freude“.


Was ist Perfektionismus?


Perfektionismus wird zumeist als ein übertriebenes Streben nach Perfektion und Fehlervermeidung beschrieben. Und damit haben wir es schon: Alles, was „übertrieben“ ist und ins Extreme geht, ist mit Vorsicht zu geniessen. Der berühmte „goldene Mittelweg“ ist im Alltag häufig die bessere Wahl. Mit Ordnung wollen wir uns Gutes tun und uns nicht damit belasten. Darüber hinaus können wir Perfektionismus in jedem Gebiet des Lebens finden (und nicht nur auf dem Gebiet der Ordnung): das Hobby perfekt beherrschen, den Job perfekt erledigen, das Aussehen perfekt modellieren etc. Etwas, was wir in übertriebener Art und Weise tun, was ins Extreme neigt, hat häufig negative Konsequenzen. Mit dem Aufräumen wollen wir jedoch Positives erreichen. Perfektionismus beim Aufräumen sollte daher vermieden werden.


Beispiel: Zeitersparnis durch Aufräumen


Einer der meistgenannten Vorteile der Ordnung ist die Zeitersparnis. Wenn wir in einem ordentlichen Zustand alle Dinge an ihrem jeweiligen Platz schnell finden und zur Hand haben, spart uns dies viel Zeit. Wenn wir jedoch eine „perfekte Ordnung“ anstreben und mehr Zeit dafür verbrauchen, den Zustand der Ordnung aufrechtzuerhalten als es uns im Alltag Zeit einspart, dann ist etwas falsch. Dann hat diese Art der perfekten Ordnung für uns keinen Nutzen mehr, sondern Zeitnachteile. (Achtung: Diese Aussage gilt für das Aufrechterhalten eines ordentlichen Zustands im Alltag, nicht für die erstmalige Schaffung von Ordnung. Wenn wir erstmals aufräumen, kostet uns das viel Zeit, die wir jedoch später im Alltag wieder einsparen.) Wenn wir uns nach dem Aufräumen in einem grundsätzlich ordentlichen Umfeld befinden, sollte das Aufrechterhalten der Ordnung nicht mehr Zeit kosten als die Ordnung uns Zeit einspart. Ist dies nicht der Fall, wollen wir es vielleicht zu perfekt machen?


Beispiel: Kleiderstapel


Egal, ob Sie Ihre T-Shirts aufeinander stapeln oder in Päckchen/Rollen nebeneinander aufreihen, wird der Stapel / die Reihe meist uneben oder ungleich sein. Wenn Sie nun anfangen und ihren T-Shirt-Stapel millimetergenau aufeinander ausrichten wollen, wird Sie diese Hyper-Genauigkeit viel Zeit kosten. Das wäre ein Streben nach Perfektion im T-Shirt-Schrank. Doch dies hat nichts mit Ordnung zu tun. Ordnung ist bereits erreicht, wenn Sie Ihre T-Shirts jeweils zeitnah nach dem Waschen zusammenlegen und auf die immer gleiche Art und Weise im Schrank versorgen. Auf Millimeter kommt es hier nicht an. Der Stapel ist halt etwas schief, macht nichts.


Beispiel: nicht „alles immer“, sondern „das meiste fast immer“


Das gleiche gilt auch für die restlichen Dinge Zuhause oder am Arbeitsplatz. Es muss nicht immer alles unwiderruflich an seinem Platz sein. Das wäre im Alltag ziemlich schwierig zu bewerkstelligen und nur Stress hervorrufen. Dabei wollen wir uns doch dank Ordnung Stress ersparen. Daher gilt: Legen Sie die meisten Gegenstände fast immer sofort nach Gebrauch an ihren Platz zurück. Wenn „mal etwas rumliegt“, ist das überhaupt nicht schlimm, sondern macht es wohnlich. Wir leben ja nicht im Museum.


Beispiel: Fotos


Wenn in den Medien, insbesondere auch Social Media, über Ordnung geschrieben wird, werden häufig „perfekte Fotos“ als Textbegleitung ausgesucht. Die Fotos zeigen beispielsweise millimetergenau aufeinander ausgerichtete Gegenstände. Seien Sie vorsichtig und lassen Sie sich nicht von diesen Fotos irritieren. Sie spiegeln nicht den Alltag wieder. Ihr Zweck ist es, ein schönes und harmonisches Bild zu zeigen. Diese Bilder erfreuen uns, wir schauen sie gerne an. Und damit haben sie ihren Zweck erfüllt. Wie das Foto für diesen Artikel. Sie werden Ihre Gegenstände beim Heimkommen wohl kauf auf diese Art & Weise versorgen, oder? Auf dem Foto sieht es jedoch schön aus.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wunderbare "unperfekte Ordnung" - denn diese bringt uns verdammt viele Vorteile.


Ihre Jutta Klein



Das Buch zum Blog: "Diamond for Life: Wie Sie durch Ordnung und Klarheit ein erfülltes Leben führen" (Link).


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