• Jutta Klein

Aufräumen mit Kindern - 15 einfache Tipps


Wer Kinder hat, der hat auch Unordnung – und regt sich immer wieder tierisch über dieses Chaos auf. So schön, wie es ist, die süssen Kleinen beim Spielen zu beobachten und heutzutage natürlich für einen Post auf Instagram oder Facebook zu fotografieren, so stressig ist es, wenn es ans Aufräumen geht.


Zwei Gründe sind hierfür zu nennen: Beim Spielen geht es ums entdecken und kreativ sein. Es ist ganz natürlich, dass Kinder hierbei Chaos verbreiten. Jeder Gegenstand ist interessant und die Halskette der Mutter, die auf dem Küchentisch lag, eignet sich bestens als Halskette für die Lieblingspuppe oder auch als Abschleppseil für das verunfallte Matchbox-Auto. Alles liegt also nach dem Spielen irgendwo herum – nicht nur die Spielsachen.


Darüber hinaus bedeutet das Kinder bekommen und das Heranwachsen der Kinder stetige Veränderung und damit ein dauernder Zuwachs an neuen Gegenständen. Es braucht nicht nur immer wieder neue Kleidung, weil die Kleinen herausgewachsen sind, es braucht auch immer wieder neues Spielzeug, welches dem Alter und den sich verändernden Interessen entspricht. Und diese hat es heutzutage in Unmengen: Oma und Opa, Tante und Onkel, Freunde und Verwandte, sie alle schenken grosszügig und das Zeug sammelt sich an.


Aufräumen? Dringend! Aber wie? Hier sind 15 einfache Tipps für das Aufräumen für und mit Kindern.


1/ Das Kinderzimmer nicht als Museum betrachten


Ganz im Gegenteil. Es ist sicherlich einer der am lebhaftesten genutzten Räume. Daher ist es ganz logisch, dass er „Gebrauchsspuren“ in Form von vorübergehender Unordnung zeigt. Es gilt also für das Kinderzimmer, nicht zu pingelig zu sein und dem Kind seine eigene, persönliche Ordnung (die „Kinder-Ordnung“) zuzugestehen. Wichtig ist, sich selbst und dem Kind klarzumachen, dass das Chaos während dem Spielen herrschen darf, und nach dem Spielen wieder eine gewisse Ordnung hergestellt wird.


2/ Selbstgemachtes in Ehren halten


Was mache ich mit der Unmenge an selbstgemalten Bildern und Gebasteltem? Am liebsten würden wir alles behalten. Diesbezüglich könnte es sinnvoll sein, einen Platz in der Wohnung zu bestimmen (z.B. ein Regalfach), an dem die jeweils aktuellsten „Schätze“ aufgestellt und in Ehren gehalten werden. Das realisieren auch die Kinder und freuen sich. Kommt etwas Neues hinzu, wird das vorhergehende Kinder-Geschenk entweder entsorgt oder in die „Schätze-Box“ verschoben. Die Schätze-Box kann z.B. alles enthalten, was einem wirklich wichtig ist, weil es z.B. einen Entwicklungsschritt des Kindes zeigt. Oder Sie behalten einen Gegenstand pro Woche/Monat. Alternativ oder ergänzend können Sie die Gegenstände auch fotografieren und sich eine elektronische „Schätze-Box“ des Kinder-Gebasteltem zulegen.


3/ Konkrete Anweisungen geben


Mit dem Ausruf „Räum Dein Zimmer auf“ können Kinder wenig anfangen. Die Aufgabe ist zu gross und komplex. Besser ist es, ganz konkrete Anweisungen zu geben, z.B. „Räum bitte Deine Legosteine in die grüne Box“.


4/ Bereits früh mit dem gemeinsamen Aufräumen anfangen


Bereits ab dem Alter von ca. 2 Jahren kann man Kinder langsam ins Aufräumen einbeziehen. So lernen Sie von Anfang an, dass das Aufräumen zum Leben gehört, wie das Zähneputzen. Aufräumen wird so etwas ganz Selbstverständliches. Meistens sind sie glücklich und stolz, wenn sie erste Aufgaben selbständig bewältigt haben.


5/ Aufräumen zum Spiel machen


Je jünger das Kind ist, desto spielerischer kann das Aufräumen angegangen werden. Z.B. werden die Puppen am Abend nicht aufgeräumt, sondern wie das Kind selbst ins Bett gebracht. Die Autos und Lastwagen werden nicht in die Kiste gepackt, sondern in die Garage gefahren.


6/ Auf Belohnungen verzichten


Wichtig ist es, das Aufräumen des Kindes zu loben und anzuerkennen, dem Kind zu zeigen, dass man sich darüber freut. Belohnungen hingegen können vielfach falsche Anreize setzen. Wenn das Kind fürs Aufräumen jedes Mal einen Lutscher oder sogar ein neues Spielzeug erhält, lernt es, Aufräumen als Opfer wahrzunehmen, welches jedes Mal eine Gegenleistung zur Folge hat. Dabei sollte es mit dem Aufräumen lernen, auf seine Sachen zu achten. Ein selbständiges Aufräumen wird mit Belohnungen auf die Dauer immer schwieriger.


7/ Spielsachen fürs Kind gut erreichbar platzieren


Seine Spielsachen sollte das Kind jeweils gut alleine erreichen können. Kindgerechte Regale in der richtigen Höhe sind daher zu bevorzugen. Zudem ist es einfacher, auf Schränke mit Türen zu verzichten, sondern offene Regale zu wählen. So ist alles gut sichtbar, leicht zugänglich und auch leichter aufzuräumen.


8/ Farbige Boxen nutzen


Bei Geschwister-Kindern eigenen sich farbige Boxen für die Unterscheidung. Der eine bekommt die Farbe X, die andere die Farbe Y. Für gemeinsame Spielsachen kann eine dritte Farbe gewählt werden. Eine andere Variante ist, die Farben für verschiedene Spielzeugkategorien einzusetzen. Z.B. gehören die Legosteine in die grüne Box, die Barbie-Puppen in die gelbe Box etc. So wissen Kinder leichter, welches Spielzeug sie an welchem Platz aufräumen sollen.


9/ Fotos auf die Boxen kleben


Eine andere Möglichkeit ist es, den Inhalt der aufgeräumten Boxen zu fotografieren und das Foto vorne auf die Box zu kleben. So wissen die Kinder jeweils auf eine einfache Art und Weise, was in welche Box gehört und wie es einzusortieren ist. Für die Kinder ist diese Vorgehensweise wie ein Spiel und sie sind meist stolz, wenn sie die Boxen wieder genau wie auf dem Bild gefüllt haben.


10/ Klare Regeln aufstellen


Auch für Kinder sollte möglichst früh eine tägliche Routine, also feste Aufräumtermine, eingeführt werden, z.B. wird jeweils abends vor dem Schlafengehen 10 Minuten aufgeräumt (wie auch Zähne geputzt). Kinder sind sehr empfänglich für klare Strukturen, die ihnen Sicherheit geben.


11/ Aufräumen rechtzeitig ankündigen


Kinder benötigen eine gewisse Zeit, bis sie ihr Spiel beenden können. Ein abruptes Beenden endet hingegen nicht selten in Tränen und Trotz. Dies sollte berücksichtigt werden. Besser ist es daher, das Aufräumen rechtzeitig anzukündigen, z.B. 15 Minuten bevor das Essen auf den Tisch kommt.


12/ Regelmässig aussortieren


Auch Kinder können bereits das „Loslassen“ lernen. Wenn Sie zum Beispiel bereits „zu gross“ für ein Spielzeug sind, kann man ihnen auf leichte Art und Weise näherbringen, dass sie dieses Spielzeug gut dem jüngeren Geschwisterkind, einem Freund oder auch einem anderen Kind, welches nicht so viele Spielsachen hat, „schenken“ können. Auch Kinder freuen sich, wenn sie anderen eine Freude machen. So fällt es ihnen später auch mit anderen Gegenständen leichter, etwas abzugeben. Eine weitere Möglichkeit, wenn Kinder viel geschenkt bekommen, ist, dass sie jeweils ein altes Spielzeug abgeben (und einem anderen Kind eine Freude machen), wenn sie ein neues bekommen (nach dem Motto „eins kommt, eins geht“).


13/ Den Spielfortschritt beim Aufräumen berücksichtigen


Grundsätzlich sollten Kinder angehalten werden, das Spielzeug wegzuräumen, bevor das neue Spielzeug hervorgeholt wird und alles aufzuräumen, bevor es beispielsweise ins Bett geht. Allerdings dauern Kinderspiele manchmal länger. Die Burg aus Holzklötzen ist beispielsweise noch nicht ganz fertig und soll am nächsten Tag fertig gebaut werden. In solchen Situationen sollte die mühsam und voller Stolz aufgebaute Burg bis zum nächsten Tag stehen bleiben dürfen.


14/ Jedes Kind hat seinen eigenen Bereich


Wie man es aus dem Kindergarten kennt, sollte das Kind auch an der Garderobe seinen eigenen Bereich für seine Jacken und Schuhe erhalten. So lernt es, beim Heimkommen Jacke und Schuhe in der „eigenen“ Garderobe zu versorgen, erst dann geht es weiter zum Spielen ins Kinderzimmer.


15/ Vorbild sein

Kinder lernen unter anderem durch Imitation. Wer selbst unordentlich ist, kann von seinen Kindern nicht erwarten, Ordnung zu leben und zeitgerecht aufzuräumen.


Mit diesen 15 Tipps können Sie bereits eine gute Portion Ordnung in Ihren Alltag mit Kindern integrieren. Ich wünsche Ihnen viel Freude, Gelassenheit und natürlich Erfolg dabei!


Ihre Jutta Klein



Das Buch zum Blog: "Diamond for Life: Wie Sie dank Ordnung und Klarheit ein erfülltes Leben führen" (Link).


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